Das waren die skurrilsten Versteigerungen

Veröffentlicht auf von Schmid

Gerümpel, Sammlerstücke oder kleine Schätze – seit Jahren wird bei Ebay ersteigert und verkauft, was das Zeug hält. Beim erfolgreichsten Internet-Auktionshaus der Welt wechselt etwa alle zwei Sekunden ein Kleidungsstück seinen Besitzer. Jetzt feiert Ebay Deutschland seinen zehnten Geburtstag. BILD.de blickt auf die schrägsten Versteigerungen zurück.

Pierre Omidyar hatte vor 14 Jahren den richtigen Riecher, als er Ebay gründete. Denn der Online-Flohmarkt wurde schnell bekannt – und beliebt.


Warum? Weil es auf der ganzen Welt von Schnäppchenjägern nur so wimmelt. Und weil es online so einfach ist, ausrangierte Gegenstände unters Volk zu bringen.


Mittlerweile gibt es Ebay in 39 Ländern. Allein in Deutschland nutzen derzeit etwa 14,5 Millionen Menschen die Auktionsplattform, jeder zweite von ihnen ist mindestens einmal im Monat auf der Internetseite.


Logisch, dass in all den Jahren bei Millionen Auktionen ganz schön schräge Sachen versteigert wurden.


Erinnern Sie sich noch an den berühmten Kaugummi von Jens Lehmann? Der spuckte ihn bei der WM 2006 im Spiel gegen Costa Rica aus. Ein VIP-Fan graste den WM-Rasen ab und sicherte sich das durchgekaute Stück. Der Kaugummi wurde verkauft – für 608 Euro! Noch mehr gefällig?


Lesen Sie unten Kurioses zum Kaufen: Verrückte Auktionen der weltweiten Ebay-Seiten, die in den vergangenen zehn Jahren Internet-Geschichte schrieben.

1999

Wer kennt ihn nicht, den gelben Pullunder von Hans-Dietrich Genscher. Spätestens seit 1989 ist das Kleidungsstück so etwas wie ein Kultgegenstand, als der damalige Außenminister vom Balkon der Prager Botschaft den DDR-Flüchtlingen die Ausreiseerlaubnis verkündete.

Für mehr als 2000 DM wechselte der historische Pullunder den Besitzer, als er 1999 versteigert wurde. Der Erlös ging an die Deutsche Herzstiftung in Halle.

 

2000

Gleich vier schräge Versteigerungen finden über Ebay Deutschland statt. Zu kaufen gibt's

• einen Schiffsfriedhof,

• eine Öl-Raffinerie,

• das Redaktionsinventar der „taz“,

• eine signierte Spinatschachtel von Verona Feldbusch

 

2001

Der bis heute teuerste Artikel, der je auf Ebay angeboten wurde: Ein Gulfstream-Düsenjet, der von einer afrikanischen Fluggesellschaft für fünf Millionen US-Dollar gekauft wird.

Insgesamt werden 97 Gebote abgegeben.

 

2002

Im Dezember 2002 will ein Amerikaner gleich ein ganzes Dorf über das Online-Auktionshaus unter den Hammer bringen.

Dazu gehören insgesamt 33 Hektar Land inklusive Postamt, Friedhof und rund ein Dutzend Häuser. Bridgeville im US-Bundesstaat Kalifornien wird nach etwa 250 Geboten für sage und schreibe 1 177 877 US-Dollar verkauft.

 

2003

Sechs junge Frauen, zwischen 30 und 36 Jahren, bezeichnen sich selbst als „Sixpack“ und bieten sich und eine Kiste Bier zum Feiern an. Die gewählte Kategorie: „Partyzubehör“...

Ein Unbekannter ersteigert die Westfälinnen für 25 050 Euro.

 

2004

Skurriler geht's fast nicht mehr: Ein zehn Jahre altes Käsesandwich, auf dem ein Marienbild zu sehen sein soll, wird für 28 000 US-Dollar verkauft.

Hoffentlich ist dem Käufer mittlerweile die Erleuchtung gekommen...

 

2005

Kaum einer Auktion ist so viel Beobachtung zuteil geworden wie der Versteigerung des Golf IV, der einst im Besitz von Kardinal Ratzinger war – der mittlerweile Papst Benedikt XVI ist.

Mehr als 8,4 Millionen Mal wurde die Seite aufgerufen, das Auto für 188 938,88 Euro verkauft.

 

2005

Dummheit oder clevere Geldanlage? Einen ganz besonderen Werbeplatz versteigerte eine Amerikanerin: ihre Stirn! Immerhin hat sie damit das Interesse von 27 000 Bietern geweckt.

Für 10 000 Dollar ließ sich die 30-Jährige schließlich den Namen eines Internet-Kasinos tätowieren. Von dem Geld bezahlt sie den Nachhilfeunterricht für ihren Sohn.

 

2006

• Ein Fan des Weltraum-Epos „Star Wars“ verkauft den Nachbau eines Star-Wars-Landspeeders für 8000 Pfund.

• Eine „Firewall“ für den PC der besonderen Art, bestehend aus mehreren Teelichtern, findet für sechs Euro einen Käufer.

• Im Rahmen einer Charity-Auktion werden zwei Brustimplantate des Berliner Partygirls Djamila Rowe für 605 Euro verkauft.

 

2006

Im Jahr des Fußballs gab es auch das bei Ebay: Einen WM-Pokal aus Vogelkot – entstanden auf einem Grillfest von einem Vogel, der in WM-Stimmung war.

Das vermeintliche Kunstwerk fand tatsächlich einen Käufer – für 11,61 Euro.

 

2007

Geschichtsträchtiges Stück Glas: Das Fenster eines Hauses in Dallas, aus dem der Attentäter Lee Harvey Oswald den amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy erschossen haben soll, ist einem Niederländer mehr als Millionen Dollar wert.

Zuvor wurden 188 Gebote dafür abgegeben.

 

2007

Unfassbar: Eine 33-Jährige stellte ihre zwei Töchter im Alter von vier und acht Jahren zur Versteigerung ins Netz. Sie wollte sie für zwei Tage loswerden, um etwas Ruhe zu haben.

Die Auktion wurde von Ebay gestoppt.

 

2008

• Enttäuschte Liebe: Ein Ex-Freund bietet das Tagebuch seiner Verflossenen an. Für 21,22 Euro wechselt es den Besitzer.

• Ein Teilchenbeschleuniger, der nicht wie das Original in Genf Moleküle beschleunigt, sondern Sahnestücke abfeuern kann, wird für 40 Euro verkauft. Wo? In der Rubrik „Skurriles“ natürlich.

• Ein original Kronleuchter aus dem Palast der Republik in Berlin wird für 2898 Euro verkauft.

 

2008

Eine Frau (22) aus Kalifornien wollte ihre Jungfräulichkeit versteigern, um sich ihr College finanzieren zu können. Sie suchte nach eigenen Aussagen nicht nach dem Mann mit dem höchsten Gebot, sondern nach einem aufrichtigen netten Traumprinzen.

Die Gebote erreichten 3,7 Millionen Dollar. Ebay nahm die Auktion jedoch aus dem Netz.

 

2009

Im Januar verkauft der bekannteste deutsche Blogger Robert Basic sein Blog „basicthinking.de“ für 46 902 Euro an der Unternehmen Serverloft.

Der Käufer des witzig-bissigen Online-Tagebuchs über Themen und Trends rund ums Internet dazu: „Es war ein absoluter Liebhaber-Kauf. Sicherlich war uns auch der PR-Effekt bewusst, aber meine zwei Kompagnons und ich sind absolute Basic-Thinking-Fans.“

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Veröffentlicht in Technikwelt

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