Wissenschaftler macht Google Konkurrenz
Das Problem: Google liefert bislang nur langen Treffer-Listen mit Fundorten im Netz. „Wolfram Alpha“ soll nun harte, überprüfte Fakten liefern. Der Dienst könnte das Netz umkrempeln und – so er denn funktioniert – eine echte Alternative zu Google werden, sagen die Such-Experten. Schon jetzt, zwei Monate vor dem Start, erzeugt die neuartige Suchmaschine viel Aufregung im Netz.
Denn Stephen Wolfram (49) ist kein Spinner, der allein Google angreifen will, sondern ein hochbegabter Physiker, der mit 20 Jahren ein bahnbrechendes Programm schrieb, mit dem Wissenschaftler und Mathematiker bis heute weltweit arbeiten und der mit hundert Mitarbeitern seit Jahren an seiner „rechnenden Wissenmaschine“ tüftelt. Sie besteht aus drei Teilen: einer riesigen Datenbank, einer Sammlung von Rechenvorschriften und einem „Übersetzer“, der aus den Fragen der Nutzer Rechenaufgaben für den Computer macht.
Die Ergebnisse, die Wolfram liefert, könnten allerdings viele Nutzer im Netz überfordern. „Die Antworten sind zum Teil so komplex, dass man einen Universitätsabschluss bräuchte, um sie vollständig zu verstehen“, räumt Nova Spivack ein, der den Prototypen der Antwortmaschine vorab testen durfte. Der Dienst versteht unsere Fragen – verstehen wir die Antworten? Leider kann Wolfram Alpha bisher nur Englisch. Doch auch Google hat mal klein angefangen.